Editorial

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

2019 war ein ereignisreiches Jahr mit wegweisenden Entscheidungen für die Zukunft des Wartburgkreises. An jm 12. September hat der Thüringer Landtag mit der Zustimmung zum Gesetz zur freiwilligen Neugliederung des Wartburgkreises und der kreisfreien Stadt Eisenach entschieden, dass Eisenach seine Kreisfreiheit zum 1. Juli 2021 aufgibt und ab Januar 2022 mit Aufgabenübergang auch verwaltungsseitig wieder Teil des Wartburgkreises wird. Dieses Gesetz sorgt für Sicherheit und legt die Rahmenbedingungen für das künftige Zusammengehen fest. Aktuell sind wir in den Verwaltungen von Stadt und Landkreis dabei, Vereinbarungen und Kooperationen zu entwickeln, damit der Übergang 2022 fließend gelingen kann.

Die Einkreisung Eisenachs ist insbesondere für die regionale Wirtschaft eine große Chance: Endlich wird auch administrativ nachvollzogen, was seitens der Unternehmen schon immer zusammen gedacht wurde. Verwaltungsabläufe und die Wirtschaftsförderung können durch den Wegfall administrativer Grenzen und getrennter Zuständigkeiten nun gemeinsam besser aufgestellt und optimiert werden. Stadt und Kreis können aktiv Hand in Hand den Strukturwandel in der Automobilindustrie begleiten und sich als attraktiver Wirtschaftsstandort positionieren.

Gemeinsames Gewicht in die Waage werfen Stadt und Landkreis künftig auch bei nachdrücklichen Forderungen zum Ausbau der Verkehrs-Infrastruktur des Kreises. Ich hoffe, dass in Kürze der Planfeststellungsbeschluss für die Werraquerung der B 62 fertig ist, dass im Frühjahr die Ortsumfahrung Leimbach- Kaiseroda freigegeben werden kann und dass auch eine Lösung für die Entlastung der Ortsdurchfahrt Merkers gefunden wird. 

All dies ist für das wirtschaftliche Wohlergehenunserer Region wichtig und notwendig. Gleichzeitig müssen unsere Dörfer aber auch Dörfer bleiben dürfen. Mit allem, was das Leben im ländlichen Raum attraktiv macht: mit gesundem Grün und gesunder Landwirtschaft, mit gelebten Traditionen, mit lebendigenDorfgemeinschaften und jenem Zusammenhalt, den man in solcher Weise eben nur in Dörfern findet. Dörfer sind keine Städte, auch wenn einige der größten Flächengemeinden Thüringens inzwischen im Wartburgkreis liegen und auf stadtähnliche Einwohnerzahlen verweisen können. Ich wünsche mir darum engagierte Ortsteilräte und Vereine, die die Identitätihres Ortes ebenso im Auge behalten, wie den Zusammenhalt der Dorfbewohner untereinander.

Ich nutze die Gelegenheit, mich auf diesem Wege bei allen ehrenamtlich aktiven Menschen im Landkreis zu bedanken – sie sind der eigentliche Motor des Lebens in unserer Region!

Mir ist bewusst, dass vor allem für die Menschen in unseren Städten und Gemeinden ein gut funktionierender öffentlicher Nahverkehr immens wichtig ist. Ich möchte nicht verhehlen, dass wir dabei in den letzten Wochen und Monaten einige Schwierigkeiten zu bewältigen hatten. Zum ersten Mal seit über 30 Jahren haben wir den Nahverkehrsplan umfassen verändert. Neue Strukturen
und Verantwortlichkeiten wurden geschaffen und ein ganz neuer Liniennetzplan erarbeitet. Hier sind viele gute Verbindungen und neue Taktverkehre entstanden. An anderen Stellen hat – insbesondere bei der Anbindung kleinerer Orte – die Säge geklemmt. Dabei hat in der öffentlichen Wahrnehmung natürlich die Meinung derer dominiert, die Veränderungen oder Einbußen in Kauf nehmen mussten. Gleichzeitig gab es aber auch sehr viele Gewinner, vor allem der neuen Taktverkehre und der besseren Anbindung an die Bahn. Dass die Umstellung nach 30 Jahren kontinuierlich rückläufigen Fahrgastzahlen dringend notwendig und richtig war, zeigen die nunwieder ansteigenden Fahrgastzahlen.

Mit Sorge erwarte ich in diesen Tagen die Entscheidung der Bundesnetzagentur zum künftigen Verlauf der Stromtrasse Suedlink. Die großen Anzeigenschaltungen in unseren Tageszeitungen unddie verfrühten Anfragen an Grundstückseigentümer bzw. Nutzungsberechtigte, bevor das Planfeststellungsverfahren überhaupt begonnenhat, lassen befürchten, dass hier entgegen dem Willen der Bürger, des Landkreises und des Freistaats agiert werden soll.

Entscheidungen stehen auch zu den Windvorranggebieten an. Hier hoffe ich, dass es uns gelingt, in der Planungsversammlung mit hohem Verantwortungsbewusstsein Lösungen zu finden, die für die Bevölkerung, für unsere zerbrechliche Natur und die künftige Energiegewinnung tragbar sind.

Nicht zuletzt stehen wir vor der großen Herausforderung, unsere Wälder im Landkreis trotz Klimakrise zu bewahren. Hier habe ich den Forstämtern meine vollste Unterstützung bei dieser schwierigen Aufgabe bereits
zugesichert.

Es gilt also, in diesem Jahr vieles anzupacken, anderes weiter voran zu treiben undsich darüber hinaus auch auf schöne Ereignisse und besondere Veranstaltungen zu freuen!

Lassen Sie uns gemeinsam und mit gutem Mut in das neue Jahr blicken!

Ihr Landrat Reinhard Krebs

Maßnahmen gefördert durch EFRE

Lokale Partnerschaft für Demokratie