Editorial

Ein zu stiller "Nationalfeiertag"

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

als wir 2017 das 500. Jubiläum von Luthers Thesenanschlag mit großem Aufwand vorbereitet haben und es mit enormer Resonanz stattfand, da haben wir gesagt: Schön war das, aber unser wahres, eigenes Jubiläum das findet 2021 statt. Schließlich geschahen am 4. Mai 1521 die bedeutenden Ereignisse um den Reformator Martin Luther hier in unserer Region: die Predigt in Möhra, die Entführung im Glasbachgrund und vor allem die sich daran anschließende Schutzhaft auf Wartburg. Die zehn Monate auf der Burg gehörten zu den produktivsten im Leben des Reformators. Hier übersetzte er des Neue Testament und schenkte den Menschen eine Bibel in lebendigem Deutsch. In der Einsamkeit unserer Burg wuchs er zugleich als Mensch. Der junge aufrührerische Luther wandelte sich zur Autorität und zum Gestalter der Reformation. Diese Ereignisse haben unsere Wartburgregion weltbekannt gemacht und so ist der 4. Mai für mich schon immer ein „Nationalfeiertag“ für den Wartburgkreis und Eisenach gewesen.

Um dies zu würdigen, haben die Akteure aus dem Landkreis, der Burg und der Stadt in den zurückliegenden Jahren und Monaten mit großem Engagement und vielen Ideen ein tolles Programm für 2021 auf die Beine gestellt. Es sollte Festgottesdienste, Event-Wanderungen, Konzerte, Kutschfahrten, Ausstellungen, Theatervorstellungen und vieles mehr geben. Wenn es am heutigen 4. Mai nun, anders als geplant, sehr still an den Jubiläumsorten zugeht, dann, weil der Wartburgkreis mit hohen Infektionszahlen kämpft und die Pandemie ein normales Alltagsleben, ganz zu schweigen von Feierlichkeiten, unmöglich macht.

Ich möchte allen kreativen Akteuren, allen engagierten Machern und Organisatoren an dieser Stelle für ihre Arbeit danken! Ich bin mir sicher, dass diese nicht umsonst gewesen ist. Nicht nur, dass einige Aktionen, Gottesdienste und Ausstellungen eingeschränkt stattfinden können, auch die vielen wertvollen Ideen, die für das Jubiläum entwickelt wurden und nun nicht durchführbar sind, sind nicht verloren und werden dann umgesetzt, wenn wir das Virus überwunden haben.

Ich möchte mit Ihnen gemeinsam heute an Martin Luther denken. An seine Klugheit und Unerschrockenheit, an seinen Mut und sein Durchhaltevermögen, dass ihn 10 Monate nahezu allein, eingesperrt auf der Wartburg ausharren ließ, weil sein Leben bedroht war.

Ich freue mich auf die Zeit, in der wir gemeinsam wieder feiern können,

Ihr Landrat Reinhard Krebs

Maßnahmen gefördert durch EFRE

Lokale Partnerschaft für Demokratie