HEIMAT - das sind auch Dinge, die aufbewahrt werden, weil sie an Geschichten von Menschen und vom Leben in der Heimat erinnern. Jeder Ort hat solche besonderen Stücke, die – manchmal seit Generationen - in Ehren gehalten werden. Die einen Platz in der Heimatstube oder im Museum gefunden haben. Jeder dort aufbewahrte Gegenstand hat eine Geschichte über Heimat zu erzählen. Und da sind zum Glück noch immer Menschen in den Museen beschäftigt, die diese Geschichten zu erzählen wissen, die sie weitergeben, damit sie nicht vergessen werden. 15 solcher Geschichten aus 15 Orten im Wartburgkreis wurden über das Projekt HEIMAT hören bewahrt und sind nun hier hörbar.

Zur Projektumsetzung und Produktion der Beiträge wurde eng mit Anne Göhring von LAND-LAB zusammengearbeitet. Weitere Informationen über die Arbeit von ihr, finden Sie unter: http://annegoehring.de

 

Schönau - Das Kuchenbrett

Anna Schieck leitet das Hörselbergmuseum und berichtet über die Tradition des gemeinsamen Kuchen- und Brotbackens in Schönau und Umgebung. Im Hörselbergmuseum wird in der Backstube noch heute gebacken – unzählige Back- und Küchenutensilien sind in der großen Museumsküche zu bestaunen.

Steinbach - Die Hirschkäferhornmesser

Steinbach und Messer sind eine Einheit seit dem 14. Jahrhundert. Gerda Ullrich hat 21 Jahre selbst in der Messerproduktion gearbeitet, als von Steinbach aus die ganze DDR mit Gebrauchsmessern ausgestattet wurde. Hier erzählt sie von den früheren, harten Jahren der Produktion um 1900. Aus dieser Zeit stammen auch die Hirschkäferhornmesser.

Creuzburg - Die Landgrafenkrone

Klaus Martin, ehemaliger Vorsitzender des Heimatvereins Creuzburg, berichtet über die Landgrafenkrone aus Sandstein - einem letzten Zeugnis der in 1223 erbauten Brücke über die Werra, die heute im Museum auf der Creuzburg zu sehen ist. Ludwig IV. errichtete die  Brücke und sicherte damit auch für seine Frau, der späteren Heiligen Elisabeth, eine gute Verbindung zu deren Lieblingsburg.
 

 

Ruhla - Die Meerschaumpfeife

Dagmar Möller ist „Zugezogene“ und besonders beeindruckt von dem Erfindungsreichtum ihrer neuen Heimat Ruhla, über die sie sehr gerne auch Besucher bei Führungen im Orts- und Tabakpfeifenmuseum unterrichtet. Dazu gehört auch der Rühler Meerschaum...

Ruhla - Die Taschenuhr Fearless

Artur Kamp ist seit nun mehr 60 Jahren für Ruhlaer Uhrenwerke aktiv - beispielsweise für das Uhrenmuseum und den Förderverein Uhrentradition. Er berichtet über die Anfänge des Ruhlaer Uhrenbaus mit den sogenannten Automatenuhren. Diese waren Vorbild für viele weitere Entwicklungen und brachten auch später in der DDR noch Verkaufsschlager, wie die beliebten Wackelaugenuhren, hervor. 

Eisenach - Das Dirigentenklavier

Kustos Uwe Fischer stellt ein ganz besonderes Stück regionaler Musikgeschichte aus der Sammlung des Bachhauses vor. Das Dirigentenklavier aus der Eisenacher Klavierfabrik Erbe sorgte im Produktionszeitraum 1884-1939 weltweit für Aufmerksamkeit. Mit dem Präludium von Bach präsentiert Uwe Fischer den Klang des Pianinos.

Barchfeld - Die Ösenproduktion

Hans Schmidt, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Barchfeld, lädt dazu ein, mit allen Sinnen in die Industriegeschichte seines Heimatortes einzutauchen. Die 1924 gegründete Firma Malsch & Volkert war als Privatbetrieb bis 1990 aktiv und ist in ihrer Ausstattung vollständig erhalten geblieben.

Seebach - Das Gemälde "Die Heilandsapotheke"

Sigrid Weidner erzählt die Geschichte des um 1721 entstandenen Gemäldes „Die Heilandsapotheke“, einem Werk des auch heute noch hochverehrten Seebachers Johannes Dicel (1676-1758). Der sogenannte „Wunderdoktor“ hat seinen Heimatort wie kein anderer geprägt.
Sigrun Voigt begleitet auf der Orgel in der von Dicel erbauten Kirche.
 

Bad Salzungen - Die Klischees

Ulrike Rönnecke weiß besonders als ausgebildete Grafikerin die Maßarbeit und das ästhetische Wissen der Buchdrucker sehr zu schätzen. Im Museum im Türmchen präsentiert sie nicht nur Maschinen-Raritäten aus der Ära des Buchdrucker-Handwerks, sondern ebenso eine Vielzahl an Druckformen (Klischees), die noch bis in die 90er Jahre in Bad Salzungen zum Einsatz gekommen sind.

Bad Salzungen - Der Siedekorb

Ulrike Rönnecke, Leiterin des Museums am Gradierwerk, stellt mit dem Siedekorb ein Objekt aus der Zeit vor als in Bad Salzungen noch Salz gesiedet wurde. In seiner praktischen Form war es in vielen Salinen über Jahrhunderte im Einsatz.

Dermbach - Der Korkmusterkoffer

Doris Krieg und Katharina Koch, die ehemalige und die aktuelle Leiterin des Museums der Thüringischen Rhön in Dermbach, stellen mit dem Kork ein ganz besonderes Schnitzmaterial vor, das den handwerklich begabten Dermbachern viele Jahre die Existenz gesichert hat.

Gerstungen - Der Fahrkartenschrank

Katharina Dötterl hat die Reste des ehemaligen Grenzbahnhofs Gerstungen bereits in ihrer Kindheit erkundet. Nun stellt die Museumsleiterin des Werratalmuseums Gerstungen ein Objekt aus ihrer Sammlung vor, welches die beeindruckende Entwicklung des besonderen Bahnhofs ab Anfang 1900 begleitet hat. 

Tiefenort - Die Kamoden

Werner Krah und Erika Röschke, beide im Heimat- und Kulturverein Tiefenort aktiv, stellen eine besondere lokale Fußbekleidung und noch heute rege gepflegte Handwerkstradition vor.
Begleitet wird die Erzählung von Ursula Grammlichs Lied „Defferte on dr Werr“.
 

Merkers - Das Grubentelefon

Heiko Dreißiger, u.a. Vorsitzender des Heimatvereins Merkers und Vorstand des Bergmannvereins Unterbreizbach, lebt seit 1982 in Merkers und ist noch immer mit Leib und Seele Bergmann. Er berichtet von einem speziellen „Schwergewicht“ unter Tage.

Wiesenthal - Der Sauerkrauthobel

Regina Günther und Luzi Köllner halten mit ihrem Verein für Heimat- und Ortsgeschichte Erinnerungen an die Kindheit und damit auch an die Sprache und Kochtraditionen wach. Wir erfahren einiges über Sauerkraut, welches Rhöner Hauptgericht war, bevor der Thüringer Kloß aufkam.

Maßnahmen gefördert durch EFRE

Lokale Partnerschaft für Demokratie