Weltkulturerbe Wartburg

Die Wartburg ist die einzige Burg Deutschlands im Welterbe der UNESCO – und ein Ort von einer besonderen Ausstrahlung und Würde.

Fünf Gründe, warum man mindestens einmal im Leben dort gewesen sein muss:


... weil sie architektonisch einzigartig ist

Der Palas der Wartburg, den Landgraf Ludwig II. ab etwa 1157 errichten ließ, gilt als der am besten erhaltene spätromanische Profanbau nördlich der Alpen. Der Mann war mit der Schwester von Kaiser Friedrich Barbarossa verheiratet, und diese Verbindung war ihm wohl zu Kopf gestiegen: Seine Wartburg musste wahre Größe haben, 40.000 Tonnen feinsten Rhätsandstein ließ er verbauen. Viele Kapitelle ziert der kaiserliche Adler. Das war provokant. Die Wartburg bietet aber auch Burgenromantik aus dem 19. Jahrhundert, denn damals wurde sie im historisierenden Stil restauriert.

... weil sie genau in der Mitte Deutschlands liegt

Ob sie da wirklich liegt, hängt - wir geben es zu - von der Berechnungsmethode ab, aber so in etwa stimmt es allemal. Wie dem auch sei. Die Wartburg liegt wunderschön und weithin sichtbar unweit der ehemaligen innerdeutschen Grenze am nordwestlichen Ende des Thüringer Waldes, hoch über der Stadt Eisenach. So wurde sie 1989 zum Symbol der Deutschen Einheit. Und es lohnt sich, einmal auf dem Lutherweg zu Fuß hinaufzugehen - und ganz neue Perspektiven auf die berühmte Burg zu genießen.

... weil sie oft im Zentrum deutscher Geschichte stand

Manche Orte haben nur eine besondere Aura, an manchen Orten passiert mehr. Auf der Wartburg weilte ja nicht nur Luther, hier lebte die ungarische Königstochter Elisabeth 300 Jahre früher als Gemahlin von Landgraf Ludwig IV., bis er im Kreuzzug ums Leben kam. Sie verließ die Burg als Wohltäterin der Armen und wurde zur Heiligen Elisabeth.

Johann Wolfgang von Goethe interessierte sich für die Burg und wollte ein Kunstmuseum einrichten. Und im Oktober 1817 trafen sich hier die deutschen Burschenschaftler zu ihrem Wartburgfest.

... weil Luther hier einen Teil der Bibel übersetzt hat

Als Martin Luther am 5. Mai 1521 seine Schutzhaft antrat, war es einsam und unwirtlich auf der Wartburg. In der Burgvogtei übersetzte er als Junker Jörg in elf Wochen das Neue Testament aus dem Griechischen und Lateinischen ins Deutsche, das es so noch gar nicht gab – die schlichte Luther-Stube ist also so etwas wie die Geburtsstätte der deutschen Bibel. Das Eichentor, durch das man die Burg betritt, ist dasselbe, durch das Luther einst ging, das haben Forschungen ergeben. Es lohnt sich also, den ersten Schritt einmal ganz bewusst zu machen.

... weil sie einen der schönsten Konzertsäle überhaupt hat

Aus dem Festsaal im romanischen Palas wurde im 19. Jahrhundert einer der schönsten Konzertsäle Deutschlands, ausgestattet mit einer wunderbaren Akustik. Der reich geschmückte Saal, den der bayerische König Ludwig II. auf Schloss Neuschwanstein kopieren ließ, erhielt eine Kassettendecke, die wir nicht zuletzt den Ratschlägen Franz Liszts zu verdanken haben. Heute wird auf der Wartburg u. a. mehrmals jährlich Richard Wagners Oper "Tannhäuser" gespielt - am Originalschauplatz natürlich ein beeindruckendes Erlebnis.
 

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