Liebe Bürgerinnen und Bürger,

Foto: Heiko Matz

gelbe Stoppelfelder soweit das Auge reicht. Der größte Teil der diesjährigen Ernte ist also in die Scheuern gebracht - der Herbst kann kommen. Ich frage mich, wie viele Menschen bei uns im Kreis dies wahrgenommen haben und noch mehr: ob sie wissen, wie die Ernte ausgefallen ist? Brot wächst nicht im Supermarkt, sondern auf den Feldern und auch die Milch muss gemolken und verarbeitet werden.

Unsere heimische Landwirtschaft hat eine Phase erreicht, die so kritisch ist, wie seit 20 Jahren nicht mehr. Die Erzeugerpreise für Getreide befinden sich nach wie vor im Sinkflug und der Milchpreis ist so niedrig, dass die ersten Milchvieh-Betriebe auch in unserer Region aufgegeben haben. Nun wird mancher mit den Schultern zucken, weil er nach wie vor Milch und Brot im Supermarkt bekommt und weil keine Hungersnot droht, wenn unsere Betriebe eingehen. Und doch ist das zu kurz gedacht. In unseren heimischen Betrieben stimmt die Qualität verlässlich, insbesondere auch die der Tierhaltung. Ich danke an dieser Stelle ausdrücklich allen Landwirten, dass in unserem Kreis umwelt- und artgerecht in allen Betrieben erzeugt wird.

Und noch etwas kommt hinzu: unsere gesamte mitteleuropäische Landschaft ist von der Landwirtschaft geprägt und gestaltet. Ohne die jahrhundertewährende Arbeit der Bauern gäbe es keine offenen Flächen, sondern einzig und allein Wald. Verlieren wir unsere Landwirtschaft, verlieren wir nicht nur Arbeitsplätze, sondern auf längere Sicht auch das Gesicht unserer Heimat. Flächen würden verwildern oder aufgeforstet. Und unsere Lebensmittel kämen dann alle von weit her: Äpfel aus Chile, Knoblauch aus China, Tomaten aus Spanien – schon heute wird kein Fleck unserer Erde dabei ausgespart und Discounter sei Dank kommt alles billig auf unsere Tische. Dass diese „Schnäppchen“ allzu oft nur um den Preis geschädigter Ökosysteme und aberwitziger Transportwege zu erhalten sind, macht sich längst nicht jeder klar.

Ich möchte sie bitten, auf Qualität zu achten. Man ist, was man isst – sagt ein altes Sprichwort. Und da ist schon aus gesundheitlichen Gründen sehr viel dran. Wenn Sie im Regal bewusst zu heimischen Produkten greifen, unterstützen Sie damit auch unsere Landwirte und damit die gesamte Region!

Ihr Landrat Reinhard Krebs

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