Helfer aus dem Wartburgkreis sind aus Katastrophengebiet zurück

60 Helfer aus dem Wartburgkreis waren im Juli und August im Katastrophengebiet Rheinland-Pfalz im Einsatz. Das Land Thüringen erhielt in den vergangenen Wochen mehrere nationale Hilfeersuchen des Landes Rheinland-Pfalz zur Unterstützung der von der Flutkatastrophe betroffenen Gebiete. Auf Landesebene wurde anschließend entschieden, durch welche Einheiten entsendet werden. Teils verblieben den Einsatzkräften nur wenige Stunden, um sich auf die Abreise vorzubereiten.  Zentraler Sammelraum für den Abmarsch war stets die Raststätte Eisenach Nord.

Dort starteten am 20. Juli zunächst zwei Thüringer Betreuungszüge. Der Zug des Wartburgkreises setzte sich aus 18 Kräften des DRK Kreisverbandes Bad Salzungen e. V. und der Feuerwehr Gumpelstadt/Etterwinden zusammen. Die Kräfte erhielten den Einsatzauftrag, in Remagen eine Notunterkunft zu betreuen. Sie unterstützten die dort untergebrachten Menschen bei Fahrten zu Ärzten, Behörden und anderen sozialen Einrichtungen, kochten für die Betroffenen und waren rund um die Uhr Ansprechpartner für die Bevölkerung, auch bei der Aufnahme von Vermisstenmeldungen. Anwohner, die noch in ihren Häusern lebten, wurden ebenfalls vom Betreuungszug mit Medikamenten und sonstigen Hilfsgütern versorgt. Nachdem die meisten Personen die Notunterkunft hatten verlassen konnten, wurde diese zur Unterbringung von Einsatzkräften und freiwilligen Helfern genutzt, die ebenfalls durch die Einheiten des Wartburgkreises abwechslungsreich verpflegt wurden. Am 23. Juli beendeten die Helfer ihren Einsatz und kehrten in den Wartburgkreis zurück.

Parallel machte sich am 21. Juli die erste Transportkomponente mit einem Krankentransportwagen auf den Weg ins Krisengebiet. Die beiden Kräfte des DRK Kreisverbandes Bad Salzungen e. V. übernahmen Krankentransportfahrten, unterstützten im Bereich der psychosozialen Notfallversorgung und transportierten Medizinprodukte zur Versorgung der Betroffenen in Bad Neuenahr-Ahrweiler, Rech, Dernau und schließlich in Sinzig. Insgesamt waren vier Transportkomponenten mit acht Einsatzkräften bis zum 4. August vor Ort und lösten einander ab.

Ab 4. August war der Einsatzzug 1, bestehend aus 34 Mitgliedern der Feuerwehren Bad Salzungen, Treffurt, Ruhla und Eisenach in Ahrweiler eingesetzt. Zur Sicherstellung des Grundschutzes wurde dort eine provisorisch eingerichtete Feuerwache durch das Treffurter Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF10 und um das Tanklöschfahrzeug TLF24/50 der Feuerwehr Bad Salzungen ergänzt. Alle anderen Kräfte aus dem Einsatzzug des Wartburgkreises fungierten gemeinsam mit Kameraden aus den Landkreisen Sömmerda und Nordhausen als sogenannter „Helfender Zug“ in Ahrweiler. Sie übernahmen die Einsatzleitung für einen Stadtteil von Ahrweiler und koordinierten zeitweise rund 300 Einsatzkräfte. Die Aufgaben der Einsatzkräfte waren sehr vielseitig und bestanden unter anderem aus der Unterstützung der Betroffenen bei allen Aufräumarbeiten, wie der Beräumung von Schutt, dem Auspumpen von Kellern, der Errichtung von Bauzäunen und Absperrmaßnahmen, bei Stemmarbeiten, oder auch beim Herstellen einer Notstromversorgung. Zudem beräumten die Kameradinnen und Kameraden den Keller einer Sparkasse und einer Klinik, wobei teilweise der Einsatz von hydraulischen Rettungsgeräten erforderlich war und befüllten IBC-Behälter mit Brauchwasser für die Reinigungsarbeiten der Bevölkerung in ihren Wohn- und Geschäftshäusern. Außerdem unterstützten sie die Abschleppunternehmen, welche eine Bergung von PKW’s oftmals weit ab von Straßen mit der ihnen zur Verfügung stehenden Technik nicht durchführen konnten. 

Zusätzlich entsendete die Einsatzleitung Erkundungstrupps zur Aufnahme weiterer Einsatzschwerpunkte. Am 8. August traten die Kameradinnen und Kameraden die Heimreise an. Damit war der Einsatz für alle in Rheinland-Pfalz eingesetzten Thüringer Kräfte beendet.

Viele Einzelschicksale, die sie aus Gesprächen mit Betroffenen erfuhren, werden den Mitgliedern aller eingesetzten Einheiten noch lange in Erinnerung bleiben. Die Bevölkerung im Katastrophengebiet zeigte sehr viel Dankbarkeit gegenüber allen Einsatzkräften. Im Resümee lobten die heimgekehrten Helfer die Zusammenarbeit aller Einheiten vor Ort.  

Besonders erfreut war der Kreisbrandinspektor, Christian Grebe, über die Einbindung der Eisenacher Kräfte in den Zug des Wartburgkreises. Sein Dank gilt neben den zahlreichen Einsatzkräften aus dem Wartburgkreis, auch deren Familien und Arbeitgebern sowie den Kontingentführungen, insbesondere der Stützpunktfeuerwehr Schmalkalden. Auch gilt sein Dank den Verantwortlichen des DRK Kreisverbandes Bad Salzungen e. V. sowie den Stadt- bzw. Ortsbrandmeistern für die im Vorfeld durchgeführte personelle Zusammenstellung der Einheiten und aller mit dem Einsatz verbundenen Tätigkeiten.

Vizelandrat Udo Schilling dankte ebenfalls den Einsatzkräften aus dem Wartburgkreis für ihren selbstlosen und engagierten Einsatz im Katastrophengebiet. Auch den daheimgebliebenen Kräften, die die Einsatzbereitschaft in der Wartburgregion sicherstellten, sprach er seinen herzlichen Dank aus.

 

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