Hoch lebe das Akkordeon: Zwei Konzertabende der Musikschule begeisterten in Bad Salzungen und Eisenach
Das Akkordeon stand am zweiten Maiwochenende im Mittelpunkt zweier besonderer Konzertabende der Musikschule „Johann Sebastian Bach“ Wartburgkreis. Am 8. Mai in der Aula des Dr.-Sulzberger-Gymnasiums in Bad Salzungen und am 9. Mai in der Aula der Freien Waldorfschule Eisenach präsentierten rund 40 Akkordeonistinnen und Akkordeonisten die beeindruckende Vielfalt des Instruments.
Vom Grundschulkind bis zum Erwachsenen-Ensemble zeigten die Mitwirkenden, warum das Akkordeon im Jahr 2026 zu Recht den Titel „Instrument des Jahres“ trägt. Zu hören waren klassische Bearbeitungen, internationale Folklore, argentinischer Tango, französische Musette, Filmmusik, Jazz und Pop. Die Leitung der beiden Konzertabende lag bei den Musikschullehrkräften Beate Bach, Sylvia Löchner und Ingmar Rosenthal.
Sylvia Löchner, stellvertretende Leiterin der Musikschule und Akkordeonlehrerin, eröffnete beide Abende mit großer Freude: „Ich freue mich, dass so viele Gäste gekommen sind, um gemeinsam mit uns das Akkordeon zu feiern – ein Instrument, das 2026 zu Recht im Mittelpunkt steht.“
Speziell für die beiden Konzerte waren drei große Akkordeonensembles ins Leben gerufen worden: ein Kiddy-Orchester, ein Teens-Orchester und ein Ensemble erwachsener Schülerinnen und Schüler. Beteiligt waren Akkordeonistinnen und Akkordeonisten der beiden Hauptstellen Eisenach und Bad Salzungen. Über fast ein gesamtes Schuljahr hinweg hatten sie sich auf die Auftritte vorbereitet – und wurden dafür an beiden Abenden mit großem Applaus belohnt.
Den Auftakt gestaltete das Erwachsenen-Ensemble mit „Barocco“ von Robert van Beringen. Es folgten unter anderem die „Deutschen Tänze Nr. 1 und 5“ von Hans Luck, gespielt von Julian und Jonas Veltum. Das Akkordeonorchester Kiddy brachte mit Robin Schmidts „Playlist“ frischen Schwung auf die Bühne und wurde dabei von Meggi Platzdasch am Klavier sowie Linus-Carl Rathgeber und Jari Leipold-Beck am Schlagzeug unterstützt.
Auch kammermusikalische Beiträge prägten das Programm: Antonia Pfeiffer, Martha Schenke und Sylvia Löchner interpretierten gemeinsam „Vier alte Tänze“ von Jan van der Roost. Alpenländisches Flair verbreiteten Mailin Eckert an der Klarinette und Jonathan Engel am Akkordeon mit dem „Vierteljahrhundert Dreiviertler“ von Herbert Pixner. Mit Astor Piazzollas „Libertango“ setzten Helena Kaffai, Sylvia Löchner, Valeria Costescu, Meggi Platzdasch und Jo Fingerhut einen temperamentvollen Höhepunkt.
Ein besonderer Moment war der Auftritt des Jugendsinfonieorchesters unter der Leitung von Henrike Spittel. Gemeinsam mit der Akkordeonsolistin Anneliese Stein erklangen zwei Sätze aus Yann Tiersens „Suite d’Amélie“: „J’y suis jamais allé“ und „La Valse d’Amélie“.
Weitere Programmpunkte führten musikalisch nach Griechenland, Frankreich und in die Welt des Jazz. Zu hören waren unter anderem „Souliotikos“, „Biscaya“, „Tango“ aus „Fresh Air“, das jiddische „Awiglid“ mit Charlotte Anacker und Martha Schenke sowie „Fandango“ von Jenö Takács, gespielt von Jonathan Engel. Tobias Morgensterns „Jazz Ballata“ ergänzte das vielseitige Programm.
Den Abschluss gestaltete das Akkordeonorchester Teens mit zwei bekannten Titeln: „Let it go“ aus dem Film „Frozen“, gesungen von Melissa Kaffai, sowie Coldplays „Viva la Vida“. Spätestens hier zeigte sich noch einmal eindrucksvoll, wie wandlungsfähig das Akkordeon ist – vom traditionellen Klang bis zum modernen Popsong.
Am Ende der beiden Konzertabende war deutlich zu spüren, was dieses Instrument ausmacht: Es verbindet Generationen, ist in vielen Kulturen zuhause und begeistert durch seine außergewöhnliche Klangvielfalt. Das Publikum in Bad Salzungen und Eisenach dankte allen Mitwirkenden mit stehenden Ovationen.