Finanzanlagenvermittler (seit 01.01.2013)

Wer im Umfang der Bereichsausnahme des § 2 Absatz 6 Satz 1 Nummer 8 des Kreditwesengesetzes gewerbsmäßig zu

1. Anteilen oder Aktien an inländischen offenen Investmentvermögen, offenen EU-Investmentvermögen oder ausländischen offenen Investmentvermögen, die nach dem Kapitalanlagegesetzbuch vertrieben werden dürfen,

2. Anteilen oder Aktien an inländischen geschlossenen Investmentvermögen, geschlossenen EU-Investmentvermögen oder ausländischen geschlossenen Investmentvermögen, die nach dem Kapitalanlagegesetzbuch vertrieben werden dürfen,

3. Vermögensanlagen im Sinne des § 1 Absatz 2 des Vermögensanlagengesetzes

Anlagevermittlung im Sinne des § 1 Absatz 1a Nummer 1 des Kreditwesengesetzes oder Anlageberatung im Sinne des § 1 Absatz 1a des Kreditwesengesetzes erbringen will (Finanzanlagenvermittler) bedarf der Erlaubnis gemäß § 34 f GewO der zuständigen Behörde.

Was müssen Sie mitbringen?

  • vollständig ausgefülltes Antragsformular (erhältlich bei der Gewerbebehörde)
  • polizeiliches Führungszeugnis sowie Auskunft aus dem Gewerbezentralregister zur Vorlage bei einer Behörde (Beantragung bei ihrer zuständigen Meldebehörde/  Einwohnermeldeamt)
  • Unbedenklichkeitsbescheinigung des Finanzamtes in Steuersachen
  • Auszug aus dem Schuldnerregister des Vollstreckungsgerichtes
  • Auskunft des Insolvenzgerichtes (Auszug aus dem Insolvenzverzeichnis und Mitteilung darüber, ob ein laufendes Verfahren anhängig ist)
  • Nachweis über den Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung
  • Nachweis der erforderlichen Sachkunde durch die Industrie- und Handelskammer, ggf. eine Sachkundeprüfung gleichgestellter Ausbildungsabschlüsse
  • Auszug aus dem Handelsregister (nur bei juristischen Personen)

Nach erteilter Erlaubnis haben sich die Gewerbetreibenden im Vermittlerregister der Industrie- und Handelskammer Erfurt (Registerbehörde) gemäß § 11a Abs. 1 GewO registrieren zu lassen.

Antrag auf Neuerteilung bzw. Erweiterung einer Erlaubnis nach § 34f Abs. 1 Gewerbeordnung (GewO)

Verwaltungsgebühr: 500 Euro (für jeden Tätigkeitsbereich zusätzlich 400 Euro)

Notwendigkeit einer KWG-Erlaubnis bei der Abschlussvermittlung (Finanzanlagenvermittlung)

Das „Gesetz zur Anpassung von Gesetzen auf dem Gebiet des Finanzmarktes“ ist am 19.07.2014 in Kraft getreten.

In der Folge deckt die gewerberechtliche Erlaubnis gem. § 34 f GewO nur noch die Anlageberatung und Anlagevermittlung ab. Für eine Abschlussvermittlung ist eine Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) nach dem Kreditwesengesetz (KWG) erforderlich.

Eine Abschlussvermittlung erfolgt, wenn der Gewerbetreibende als Vermittler in fremden Namen und für fremde Rechnung Finanzprodukte anschafft und veräußert.

Weitere Erklärungen zur Definition und Abgrenzung der Abschlussvermittlung hat die BaFin im Merkblatt „Hinweise zum Tatbestand der Abschlussvermittlung“ von Dezember 2009 erstellt, zu finden unter http://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Merkblatt/mb_091207_tatbestand_abschlussvermittlung.html.