GENUSSvoll

Süße Versuchung Foto: Thüringer Ministerium für Forsten, Umwelt und Natur
Süße Versuchung

Wer Thüringen hört und Genussmensch ist, der schließt die Augen, stellt sich den fluffigen Kloß vor, in Soße eingetaucht und mit Rotkohl auf der Gabel platziert und schon läuft ihm das Wasser im Munde zusammen. Oder er denkt an die feinen, aber umso duftigeren Rauchfähnchen, die vom Frühjahr bis weit in den Herbst besonders gern aus Thüringer Gärten wehen – der Effekt ist derselbe.

Aber darauf lässt sich die Thüringer Küche nicht reduzieren und schon gar nicht die im Wartburgland: Im Frühjahr sprießt hier üppig der Bärlauch, der bei den Hainichland-Gastgebern längst einen festen Platz in der warmen und kalten Küche erobert hat. Von dort kommt auch der Spargel, der dann im Mai die zarteste Versuchung an Beilagen zu leichter Kost bildet. Die leckeren Erdbeeren dazu kann man auf den Feldern der Agrargenossenschaft Moorgrund selber pflücken.

Im Sommer wird gern frisches Gemüse aus dem Werratal als Salat gereicht. Den Herbst läuten die Pfifferlinge ein, die man samt Artgenossen im Thüringer Wald reichlich finden und sammeln kann. Dazu kommt auch viel Wild auf den Tisch, das passt am besten. Wenn die Schlachtezeit beginnt und die Wurst erst trocknen muss, dann wird gern Frisches aus der Wurstküche gereicht – mit Sauerkraut und Meerrettich. Am Martinstag kommt dann duftend und unwiderstehlich das gleichnamige Gänslein auf den Tisch landauf und landab.

Nudeln aus Dermbach schmecken zu jeder Jahreszeit und genau wie aus Italien. Käse aus Ziegen-, Schaf- und Kuhmilch wird an vielen Orten der Wartburgregion hergestellt und in gut sortierten Hofläden direkt verkauft.

Überall, herzhaft im Hainich, kräuterreich im Werratal, rustikal im Thüringer Wald oder deftig in der Rhön, kann man genussvoll einkehren und den Variantenreichtum von Kloß und Soße und Wurst entdecken! Viel Genuss und Guten Appetit!

Thüringer Klöße - das Originalrezept

Zutaten:
1,5 kg Kartoffeln
3 Esslöffel Butter
2 Scheiben Weißbrot
Essig
Salz

Kartoffeln schälen. 2/3 fein reiben, einige Tropfen Essig zugeben, um die helle Farbe zu sichern.Im Kartoffelpresssack möglichst trocken auspressen. Presswasser auffangen, die Stärke darin absetzen lassen und zu der trockenen Kartoffelmasse geben.

Die restlichen Kartoffeln in Salzwasser garen, abgießen und pürieren. Heiß zur Kartoffelmasse geben, kräftig unterrühren, damit die Stärke verkleistert. An der vorher in kaltes Wasser getauchten Hand sollte die Masse nicht mehr kleben.

Weißbrot entrinden, in kleine Würfel schneiden. Dann in Butter goldgelb braten. Mit feuchten Händen Klöße formen und jeweils einige Brotwürfel hineindrücken.

Salzwasser zum Kochen bringen und die Klöße darin garen. Sind die Klöße im Wasser, darf dieses nicht mehr kochen. Die Klöße sind gar, wenn sie an die Wasseroberfläche steigen.

Mit einem Schaumlöffel herausnehmen, abtropfen lassen. Sofort servieren. Thüringer Klöße schmecken besonders gut zu Sauer-, Enten- und Wildbraten.

QUELLE: THÜRINGER MINISTERIUM FÜR LANDWIRTSCHAFT, NATURSCHUTZ UND UMWELT