Das Werratal - Das Salz des Lebens schmecken

Werrabrücke Foto: Gerhard Eisenschlink
Werrabrücke
Auf der Werra Foto: Dr. Ralf Weise, Mühlhausen

Die Werra bildet zwischen Immelborn und Vacha die natürliche Grenze der Rhön zum Thüringer Wald. Die weite Auenlandschaft wird nur selten durch enge, felsige Talabschnitte unterbrochen. Teiche und Seen runden das Landschaftsbild ab.

Die Werra ist auch eine Lebensader der Region. Straßen und Schienen gewährleisten gute Anreisemöglichkeiten aus allen Richtungen. Ganz gleich, ob man das Tal der Werra zu Fuß auf dem Werra-Burgen-Steig, im Kanu oder mit Hilfe eines Drahtesels auf dem Werratal-Radweg bereist – die vielen Baudenkmale an den Ufern und die steinbogigen Brücken zeugen von der wechselvollen Geschichte dieser Flusslandschaft.

Unterhalb der Ruine Frankenstein liegt die Kur- und Kreisstadt Bad Salzungen an der Werra. Von hier aus kann man auf dem Pummpälzweg, einem sagenhaften Skulpturen-Wanderweg, die Wartburgstadt Eisenach erreichen.

Westlich von Bad Salzungen überragt als markanter Kegel weithin sichtbar der Krayenberg das Tal. Unweit von dort, in Kaiseroda, wurde vor mehr als 100 Jahren die erste Kalisalzlagerstätte südlich des Harzes gefunden. Ein Muss für jeden Touristen ist ein Ausflug ins Erlebnis Bergwerk Merkers. Bis 750 m tief geht die Untertagereise in ein Labyrinth von Kalistollen. Beim Besuch der Kristallgrotte erhält man einen Eindruck von den Wundern der Natur. Spektakulär sind die Konzerte unter Tage und für höchste sportliche Ansprüche die geführten Mountainbiketouren im weitverzweigten Stollennetz.

Einen städtebaulichen Höhepunkt im südlichen Werratal bildet Vacha. Der Markt, besonders aber die Widemark, das Rathaus, faszinieren den Betrachter durch harmonisches Fachwerk. An der historischen Brücke mit 17 steinernen Bögen, die heute als „Brücke der Einheit“ ein Symbol der deutschen Wiedervereinigung ist, verlässt die Werra den Wartburgkreis und wechselt ins Hessische, um dann im weiteren Verlauf zwischen Dippach und Dankmarshausen wieder zurückzukehren.

Als Pedalritter Burgen erobern

Der Unterlauf der Werra zwischen Dankmarshausen und Treffurt ist überspannt von vielen Brücken an den alten Handelswegen von europäischer Bedeutung und bewacht von stolzen Burgen. In engen Bögen bahnt sich die Werra einen Weg durch eine reizvolle Furtenlandschaft, erst durch eine weite Aue, dann an Muschelkalkfelsen und ausgedehnten Mischwäldern vorbei. Es ist eine Landschaft, in der der Naturfreund weite Flächen intakte Natur vorfindet, auf denen Orchideen, Farne und andere seltene Pflanzen gedeihen.

Unter den vielen Naturschutzgebieten sei besonders der Rhäden bei Dankmarshausen hervorgehoben. Hier kann der andächtige Wanderer auf Vogelbeobachtungsständen eine Vielzahl selten gewordener Wasservögel beobachten.

Besonders eindrucksvoll über der Aue thront die Brandenburg, eine mittelalterliche Doppelburg, auf der alle zwei Jahre (immer in geraden Jahren) beim Brandenburgfest wilde Ritterkämpfe toben.

Die vorbildlich restaurierten Fachwerkbauten verleihen den Orten einen beschaulichen Charme, der sich wohltuend vom geschäftigen Treiben unserer Zeit abhebt.

Creuzburg mit der gleichnamigen Burg und seiner siebenbogigen Sandsteinbrücke zählt zu den ältesten Städten Thüringens. An einem charakteristischen Werramäander gelegen, befindet sich Mihla mit seinem Grauen und Roten Schloss. Als eine Perle im Werratal gilt Treffurt mit mittelalterlichem Stadtkern, den romantischen Gassen und der sich hoch über die Stadt erhebenden Burg Normannstein.

Vom Heldrastein mit dem Turm der Deutschen Einheit genießt der Wanderer einen Blick bis ins Eichsfeld.

Das gesamte Werratal von Südthüringen bis Niedersachsen wird vom Werratal-Radweg durchquert, der sich wachsender Beliebtheit erfreut. Auch für Wasserwanderer ist mittlerweile der Komfort entstanden, der eine Tour auf dem Fluss ebenso reizvoll wie die Radtour macht. Auf den gut geschnürten Wanderschuh wartet der Werra-Burgen-Steig, der die Wartburgregion von Bad Liebenstein bis nach Treffurt durchquert und keine Werraburg auslässt.