Thüringer Wald - hier beginnt der Rennsteig!

In Hörschel beginnt der Rennsteig, Foto: Dieter Heinz
In Hörschel beginnt der Rennsteig
Zwischen Mosbach und Rennsteig, Foto: Gisela Heine
In der Drachenschlucht, Foto: Wolfgang Ehn, Mittenwald

Treffend hat der Dichter Stefan Hermlin die Wartburg als „deutscheste aller Burgen“ bezeichnet und die Landschaft um sie herum als den „Inbegriff des Wortes hold“. Ausgedehnte Mischwälder bedecken die lieblichen Hügel um Eisenach, über deren höchste im Süden seit Jahrhunderten der Rennsteig führt. Der vielgerühmte Gipfelpfad des Thüringer Waldes beginnt in Hörschel an der Werra.

Von allen Seiten nähern sich ihm in seinem über 168 km langen Verlauf herrliche Wanderwege, enden oder verweilen ein Stück hier: Einer der schönsten unter den vielen, die allesamt eine Tour wert sind, ist der Pummpälzweg. Er verbindet die Wartburgstadt Eisenach mit der Kur- und Kreisstadt Bad Salzungen und illustriert mit 22 kunstvollen Skulpturengruppen, wie märchen- und sagenhaft die Gegend ist.

Diesen Weg muss auch Luther schon ein Stück gegangen sein, als ihn die Truppen des Sächsischen Kurfürsten Friedrich des Weisen am 4. Mai des Jahres 1521 zu seiner Sicherheit auf die Wartburg verbrachten. 10 Monate war er als Junker Jörg auf der Burg zu Gast und übersetzte in seiner mönchischen Klause das Neue Testament aus dem griechischen Urtext ins Deutsche. Der Lutherweg von der Wartburg in Luthers Stammort Möhra führt bis zur Hohen Sonne über den Pummpälzweg, um dann in Richtung Park und Schloss Wilhelmsthal abzubiegen.

Je höher die Berge, desto dunkler und geheimnisvoller wird der Wald. Um Ruhla herum, wo vielleicht noch der Waldgeist Wuwwerbözer haust, kann man das deutlich spüren und viel vom Waldleben erfahren. Eingebettet in dieses Waldidyll ist der Freizeitpark Mini-a-thür, in dem die meisten Thüringer Sehenswürdigkeiten im Zwergenformat zu besichtigen sind.

Vor den Toren des Waldes liegt wie ein Stück Brandung das Hörselbergmassiv. Hierher hat vor Zeiten Frau Venus den Ritter Tannhäuser entführt. Noch heute lockt der majestätische Höhenzug mit dem Hörselberghaus des Thüringerwaldvereins besonders viele Wanderfreunde zu Orchideenschau, Ausblick und zünftiger Wanderrast.

Von den Hörselbergen durch das Erbstromtal bis zum Rennsteig und über das Forsthaus Kissel und das Altensteiner Oberland hinunter ins Werratal führt der Tannhäuser-Radweg sportliche Radler mit Ausdauer und Kraft.

Auf der Sonnenseite des Thüringer Waldes liegt zwischen Bad Liebenstein und Schweina ein besonders poetischer Ort: Der Altensteiner Landschaftspark mit allen Pflichtbestandteilen eines englischen Landschaftsgartens, einst auf Anregung von Fürst Pückler von den Herzögen von Sachsen-Meiningen angelegt, hat nichts von seinem Charme verloren. Das Informationszentrum des Naturparks Thüringer Wald im Gärtnerhaus bietet Parkführungen und macht mit der Einmaligkeit der Kulturlandschaft bekannt.