Die Rhön in Thüringen – in offene Fernen wandern

Rhönradweg, Foto: Frank Wittenbrock, St. Gallen
Rhönradweg
Rasentrimmer, Foto: Dr. Eike Biedermann
Gläserhütte, Foto: Dieter Heinz
Geisa, Foto: Frank Wittenbrock, St. Gallen

Die Rhön – einst durch Vulkanismus gebildet – ist ein Mittelgebirge der besonderen Art. Die von markanten Basaltkuppen dominierte Landschaft besticht mit endlosen Wiesen, die von ihren wolligen Bewohnern, den Rhön-Schafen, unermüdlich getrimmt werden. Dunkle Hochmoore, ausgedehnte Wälder und klare Bäche in beschaulichen Tälern verleihen dieser Gegend ihren einzigartigen Reiz.

Mit dem rauen Klima und der besonderen Tier- und Pflanzenwelt bietet die Rhön einen weitgehend intakten Lebensraum. Ein vorbildlich ausgeschildertes Netz von Wanderwegen hat der Rhönklub hier aufzuweisen. Fern-, Themen- und Rundwanderwege, vor allem aber der Premiumwanderweg mit seinen Extra-Touren verführen den Wanderer dazu, die Wanderschuhe zu schnüren.

Aber auch Radler finden ideale Bedingungen vor: Der Rhönradweg von Bad Salzungen bis ins fränkische Hammelburg ist ein Qualitäts-Radweg und für die ganze Familie geeignet. Sportliche Radler fahren über den Emberg-Radweg vom Ulstertal ins Feldatal und radeln dort weiter durch die eindrucksvolle Kegellandschaft.

Die UNESCO hat die Rhön in Hessen, Bayern und Thüringen als Biosphärenreservat geschützt, um diesen einmaligen Lebensraum noch lange zu erhalten. Das gilt genauso für das ursprüngliche Brauchtum, die Mundarten und die tiefe Religiösität der Menschen.

Die Dörfer und Landstädte mit ihren gepflegten historischen Ortskernen sind immer eine Besichtigung wert.

Ein besonderer Besuchermagnet ist jedoch die Mahn-, Gedenk- und Bildungsstätte am ehemaligen amerikanischen Militärstützpunkt Point Alpha bei Geisa. Die Anlage hat mit dem Haus auf der Grenze ein Informations- und Erlebniszentrum erhalten, das alle Dimensionen einer Grenzsituation von Schutz bis zur bittersten Repression sinnlich nahe bringt. Besonders beeindruckend ist der Weg der Hoffnung, ein Kunstprojekt der Point-Alpha-Stiftung, das einem Kreuzweg gleich 14 Skulpturen direkt auf dem ehemaligen Todesstreifen zeigt und die menschliche Dimension des Leidens durch Trennung dokumentiert.