Burgen und Schlösser an der Werra

Burg Creuzburg im Werratal in Creuzburg

Die Creuzburg im Frühling, Foto: Antje Tamm
Die Creuzburg im Frühling
Die Creuzburg, Foto: Antje Tamm

Die Burg fällt durch ihre Größe und den weithin sichtbaren guten Zustand der Anlage auf. Über dem Werratal, am Ort eines früheren Benediktinerklosters auf dem Petersberg, bauten die Thüringer Landgrafen Ludwig der Eiserne und Ludwig der III. Ende des 12. Jh. eine Anlage zur Verteidigung gegen Ansprüche Heinrich V. Die Mönche wurden übrigens bei Frankenroda in der Propstei Zella angesiedelt. Die Nähe zur Wartburg ist allgegenwärtig.

Die Thüringer Landgrafen nutzten die Creuzburg als Residenz. Ludwig IV. und die Heilige Elisabeth weilten oft und lange hier. Im 15. und 16. Jh. verlor die Burg an Bedeutung. Die Eigentümer wechselten mehrfach. Die Burg verfiel.

Ihr heutiges Aussehen geht auf umfangreiche Umbauten und Reparaturen an der stark zerfallenen Burg im 19. Jh. zurück. Dank aufwendiger Instandhaltungen in den letzten Jahren können Besucher die Burg mit Heimatmuseum, Kemenate, Folterkammer, Michael-Prätorius-Gedenkstätte und einer Werkstatt für Werratal-Keramik besichtigen. Im Rittersaal finden Konzerte statt. Hotel und Restaurant bieten Besuchern gute Unterkunft und Thüringer Küche.

Die Stadt Creuzburg, die Steinerne Werrabrücke mit der Liboriuskapelle ebenso die Nicolaikirche mit der großartigen romanischen Apsis sollten bei einem Besuch in Creuzburg besichtigt werden. Durch den Heimatverein sind in der Umgebung der Burg herrliche Wander- und Radwege entlang der Werra erschlossen worden. Auf der Burg ist eine Tourismusinformation untergebracht. Hier sind Auskünfte zu Ausstellungen und Konzerten auf der Burg erhältlich. Weitere Informationen zur Burg: http://www.burg-creuzburg.de/die-burg.html#oben.

Burgruine Brandenburg im Werratal östlich von Lauchröden

Burgruine Brandenburg Foto: Peter Gerlach
Burgruine Brandenburg

Die Doppelburganlage wurde im 12. Jh. unter den Grafen von Brandenburg errichtet. Ihre Herren standen bei den Landgrafen der Wartburg im Dienst. 1306 erwarb Erfurt die Rechte auf die Burg. Sie hatte am westlichen Ausläufer des Thüringer Waldes und oberhalb der Werra militärische Funktion. Mit einer starken Mannschaft ausgestattet, wurde die Handelsstraße Frankfurt-Eisenach-Leipzig-Breslau überwacht. Die Besitzer wechselten häufig. 1895 ging die Burg an das Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach.

Nach 1990 wurde die stark zerfallene Ruine mit Mitteln der Denkmalpflege und des Freistaates der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht. Von der Aussichtsplattform auf der Kemenate eröffnet sich für jedermann ein wunderschöner Blick ins Werratal. Jährlich finden auf der Brandenburg Mittelalterfeste und Konzerte statt.

Informationen zu Öffnungszeiten des Burgmuseums finden Sie auf der Website der Stiftung Thüringer Burgen und Schlösser.

Burg Normannstein im Werratal bei Treffurt

Burg Normannstein, Foto: B. Hattenbach, Treffurt
Burg Normannstein
Kellerpforte aus dem 13. Jahrhundert, Foto: Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, Weimar, Fotoarchiv

Ende des 12. Jahrhunderts. wurde die Burg erstmals urkundlich erwähnt. Einer der Burgherren war Friedrich II, ein Gefolgsmann des Thüringer Landgrafen Ludwig IV., den er auf einem Kreuzzug begleitete. Historiker sehen darin die treue Haltung zur Wartburg.

Die Burg durchlebte eine bewegte Geschichte. 1336 führten Fehden mit den Landgrafen aus Thüringen und Hessen zur Zerstörung der Burg. Die Sieger teilten das Eigentum unter sich auf. Zeugnisse der Dreiteilung nach der Zerstörung sind die drei Höfe der Burgvögte am Fuße des Burgberges an der nördlichen Peripherie des historischen Stadtkerns, der durch seine geschlossene Fachwerkbebauung beeindruckt. Der Hessische, der Mainzer und der Sachsenhof sind erhalten. Mitte des 15. Jahrhunderts wurden die Wettiner als Teilherren der Burg genannt. Im Westfälischen Frieden wurde Kurhessen Eigentümer und zu Beginn des 19. Jahrhunderts fiel alles, auch die Stadt, an Preußen.

In der Folge wurden eine Ausflugsgaststätte auf der Burg eingerichtet und die Außenanlage der Burg für Besucher erschlossen.

Ebenso wie die Burg ist auch der denkmalgeschützte Stadtkern der Stadt Treffurt, die an der Fachwerkstraße liegt, ein sehenswertes Ausflugsziel. Besonders im Frühling, zur Kirschblüte, sollte man Zeit für ausgedehnte Touren auf gut erschlossenen Wegen rund um Treffurt einplanen. An der nahen Werra führt der Fernradweg Werratal vorüber.

Burg Wendelstein in Vacha

Burg Wendelstein, Foto: Kathleen Dorsch
Burg Wendelstein
Blick auf Vacha, Foto: Frank Wittenbrock, St. Gallen

Erbaut wurde die Burg etwa 1250 bis 1260 im Zuge der Stadtbefestigung. Sie war der Hauptstützpunkt der Verteidigungsanlagen. In der folgenden Zeit erlebte sie Besitzwechsel und verschiedenste Nutzungen.

Seit 1986 befindet sich das Heimatmuseum mit einer interessanten Puppensammlung in den Räumen der Burg.

Auf Wikipedia finden Sie weitere Informationen zu Burg Wendelstein.

Die Krayenburg westlich von Tiefenort

Ruine Krayenburg, Foto: Sabrina Mey
Ruine Krayenburg
Blick auf den Krayenberg, Foto: Sabrina Mey
Die Krayenburg, Foto: Sabrina Mey

Eine Burganlage - deren größter Ruinenteil wahrscheinlich unter der Erde liegt - hat es wohl schon im 8. Jh. gegeben, denn es schenkte Kaiser Karl der Große dem Stift Hersfeld die Villa Dorndorf mit allem Zubehör, darunter auch der Burg Krayenburg.

Um 1070 waren die Grafen von Frankenstein, ein Zweig der Henneberger, auf der Burg. 1184 wurden die Krayenberger Hersfelder Lehensleute. Nach dem Dreißigjährigen Krieg verfiel die Burg.

1925 bis 1927 erbaute die Krayenburggemeinde auf der Ruine die jetzige Anlage mit Gaststätte und Hotel. Seit 1990 arbeitet der Verein wieder unter seinem alten Namen. Ein Besuch, beispielsweise zum jährlichen Tag des offenen Denkmals, ist sicher erlebnisreich, zumal auf der Burg auch eine angenehme Gaststätte vorhanden ist.

Ausführliche Informationen zur Krayenburg, welche auch ein Standesamt beherbergt, finden Sie unter http://www.krayenburg.com/.

Schloss Gerstungen in Gerstungen im Werratal westlich von Eisenach

Schloss Gerstungen, Foto: Gemeindeverwaltung Gerstungen
Schloss Gerstungen
Ältestes Mauerwerk unter dem Schlossbau, Foto: Thüringisches Landesamt für Denkmalschutz und Archäologie, Weimar, Fotoarchiv

Die Gründung der Siedlung haben Franken um 530 betrieben. Im 11. Jahrhundert wurde in Gerstungen Reichsgeschichte unter Heinrich IV. geschrieben. Mitte des 14. Jahrhunderts ist vom Bistum Fulda das Amt Gerstungen geschaffen worden. Später erwarb die Familie von Boyneburgk nach und nach alle Besitzungen. Das Schloss wurde im 17. und 18. Jahrhundert auf den Grundmauern der Wasserburg errichtet. Das Obergeschoss ist ein Fachwerkbau und stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1796.

Heute sind im Schloss das Heimatmuseum und eine umfangreiche Sammlung zur Geschichte der Region bis zur Gegenwart untergebracht.

Fachwerkhäuser, Kirche und Schloss verführen zu einem Rundgang durch den mittelalterlichen Kern Gerstungens. Das Wegenetz um Gerstungen ermöglicht Touren entlang der Werra, die sich zwischen Gerstungen und Lauchröden in einem großen Bogen hinziehen. Auf dem Fernradweg Werratal lassen sich Radtouren zwischen Lauchröden, Gerstungen und Oberellen, zurück nach Lauchröden zum Erlebnis gestalten. Im nahe gelegenen Untersuhl ist eine Rundkirche zu sehen, eine wirkliche Rarität, die nah und fern ihresgleichen sucht. In Sallmannshausen beginnt der Sallmannshäuser Rennsteig. Er führt vorbei an Marksuhl bis zum Rennsteig am Ruhlaer Häuschen.

Informationen zum Werratalmuseum im Schloss Gerstungen auf www.gerstungen.de und http://www.thueringen-tourismus.de/urlaub-hotel-reisen/werratalmuseum-im-schloss-gerstungen-134742.html

Schloss Neuenhof

Schloss Neuenhof Foto: Frank Wittenbrock, St. Gallen
Schloss Neuenhof

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die so genannte Kemenate im Jahre 1405. Damals verkauften sie die Ritter vom Stein an Helwig von Rakgus.

1411 erbten die Herren von Reckrodt den Besitz. Später zerfiel dieser in vier Teile mit unterschiedlichen Inhabern. 1777 wurde der Besitz "im Ganzen" an die Familie von Riedesel verkauft.

Im 19. Jahrhundert ließ die Familie von Rotenhan unter Verwendung des alten Baues ein einfaches, neugotisches Schloss errichten.

Eine Besichtigung der Innenräume ist nicht möglich.

Zurzeit wird es für private Wohnzwecke renoviert.