24.07.2017

Afrikanische Schweinepest erreicht Tschechische Republik

Warnung: Kein Mitbringen von Lebensmitteln aus den betroffenen Gebieten nach Deutschland!

Das für die Tierseuchenbekämpfung in Thüringen zuständige Arbeits- und Sozialministerium weist auf die Gefahr der Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest hin und bittet die Bürgerinnen und Bürger, Vorsichtsmaßnahmen zu beachten.

Potenziell kann die Seuche durch das unerlaubte Mitbringen von infizierten tierischen Lebensmitteln (v.a. Rohwürste wie Schinken, Salami, Mett- oder Teewurst) im privaten Reiseverkehr aus den von der Seuche bereits betroffenen Gebieten - Polen, Estland, Lettland, Litauen, Moldawien, Weißrussland, Ukraine, Tschechische Republik und Sardinien – verbreitet werden. Wenn Reste von diesen Lebensmitteln dann zu Haus- oder Wildschweinen gelangen, besteht ein hohes Infektionsrisiko.
Unbehandelte Jagdtrophäen aus betroffenen Ländern stellen ebenfalls ein Einschleppungsrisiko dar.
Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), Bundesinstitut für Tiergesundheit, schätzt in einer aktuellen Risikobewertung das Risiko des Eintrags von ASP nach Deutschland durch illegale Verbringung und Entsorgung von kontaminiertem Material als hoch ein.
Die Afrikanische Schweinepest ist für den Menschen ungefährlich, der wirtschaftliche Schaden einer Einschleppung in die Tierbestände wäre jedoch enorm hoch. Die Erkrankung geht mit einer sehr hohen Sterblichkeitsrate bei den infizierten Tieren einher. Ein Impfstoff ist nicht verfügbar.
Die im Ausbruchsfalle von den Behörden zu ergreifenden Maßnahmen sind umfassend. In den betroffenen Betrieben wären alle Schweine zu töten, größere Gebiete wären von Sperrmaßnahmen betroffen.
Das Thüringer Arbeits- und Sozialministerium weist deshalb ausdrücklich auf die bestehende, nunmehr angestiegene Seuchengefahr hin. Das Mitbringen von tierischen Lebensmitteln aus den betroffenen Gebieten muss unterbleiben. Dies gilt sowohl für Reisende als auch für Personen, die z.B. als Saisonarbeiter in der Landwirtschaft oder als Transitfahrer beschäftigt sind.
Die für die Seuchenbekämpfung zuständigen Behörden erhöhen nochmals die Aufmerksamkeit und prüfen die behördlichen Krisenpläne sowie die jeweiligen betrieblichen Notfallpläne.
Alle Schweinehalter sind darüber hinaus auch im Eigeninteresse aufgefordert, die Biosicherheit in den Betrieben zu erhöhen und die seuchenhygienischen Maßnahmen für den jeweiligen Betrieb zu überprüfen sowie zu verschärfen. Dazu gehört eine strikte Sicherung vor unbefugtem Betreten, die Unterbindung jeglichen Kontaktes von Hausschweinen zu Wildschweinen, die Überprüfung der Desinfektionsmaßnahmen und die strenge Kontrolle des Personen- und Tiertransportfahrzeugverkehrs. Die Verfütterung von Speiseabfällen an Schweine ist verboten.