Neu für Vogelhalter: Psittakose-Verordnung aufgehoben

Neu für Vogelhalter: Psittakose-Verordnung aufgehoben

Weniger bürokratischen Aufwand für die Halter von Papageienvögeln (Sittichen und Papageien) bringt die bereits zum 17. Oktober 2012 geltende Aufhebung der Psittakose-Verordnung.

Auf diese Änderung weist das zuständige Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt hin. Die Psittakose, auch Papageienkrankheit genannt, ist eine durch Bakterien hervorgerufene meldepflichtige Tierseuche, an der auch Menschen erkranken können. Sie verläuft ähnlich einer Grippe und kann zu Lungenproblemen führen.

Folgende Neuerungen ergeben sich für die Züchter durch den Wegfall der Verordnung:

Eine Zucht- und Haltegenehmigung ist nicht mehr erforderlich. Einzelne noch laufende Antragsverfahren werden vom Veterinäramt nicht mehr fortgesetzt, die Betroffenen wurden bereits benachrichtigt. Sowohl die Kennzeichnungs-, als auch die Buchführungspflicht, wie sie die Psittakose-Verordnung vorsah, entfallen.

Wichtig: Für gewerbsmäßige Papageienvogelzüchter bleiben die veterinärrechtliche Erlaubnispflicht und die damit verbundene Buchführungspflicht bestehen.

Hinweis der Unteren Naturschutzbehörde: Die artenschutzrechtlichen Vorschriften für Halter besonders geschützter Papageienvögel gelten nach wie vor. Sämtliche in Anlage 6 der Bundesartenschutzverordnung aufgeführten Papageien und Sittiche sind mit Artenschutzringen zu versehen, die die Verbände BNA oder ZZF ausgeben.

Bisher war eine große Gruppe der besonders geschützten Papageienvögel, die nicht artenschutzringpflichtig sind (z. B. Chinasittich), mit Psittakoseringen versehen, was den Artenschutzvollzug erleichterte. Die Untere Naturschutzbehörde empfiehlt den Züchtern daher dringend, in den Fällen, in denen jetzt keine Kennzeichnungspflicht mehr besteht, freiwillig eine Kennzeichnung vorzunehmen. Hierfür können zukünftig nicht amtliche (aber nach wie vor geschlossene) Fußringe mit individueller Beschriftung verwendet werden. Diese können von jedem Züchter/Tierhalter bezogen werden. Und: Auch nicht gewerbliche Vogelhalter sollten ein Nachweisbuch weiterhin freiwillig führen.

Bitte beachten Sie die weiteren artenschutzrechtlichen Hinweise auf der Internetseite des Landratsamts unter Kontrollierender Artenschutz.

Wegfall der Psittakoseverordnung (Veterinärrecht): Auswirkungen auf den kontrollierenden Artenschutz

Die artenschutzrechtlichen Vorschriften für Halter besonders geschützter Papageienvögel gelten nach wie vor. Sämtliche in Anlage 6 der Bundesartenschutzverordnung aufgeführten Papageien und Sittiche sind mit Artenschutzringen zu versehen, die die Verbände BNA oder ZZF ausgeben.

Wichtig: Bei Kontrollen hat der Halter Dokumente vorzulegen, die dem Papageienvogel zweifelsfrei zuordenbar sein müssen (Nachweispflicht). Dies gelingt am einfachsten, wenn der Vogel mit einem individuell nummerierten, geschlossenen Fußring gekennzeichnet ist. Bisher war eine große Gruppe der besonders geschützten Papageienvögel, die nicht artenschutzringpflichtig sind (z. B. Chinasittich), mit Psittakoseringen versehen, was den Artenschutzvollzug erleichterte. Aufgrund der jetzt in vielen Fällen nicht mehr erforderlichen Kennzeichnung von Sittichen und Papageien der besonders geschützten Arten, sind Probleme in der Nachweisführung abzusehen. Daher weist die Untere Naturschutzbehörde ausdrücklich darauf hin: Auch nach Aufhebung der Psittakose-VO müssen die zum Nachweis der Besitzberechtigung vorgelegten Bescheinigungen und Belege zuverlässig den bestimmten Vögeln zuordenbar sein. Demnach kommt einer Kennzeichnung für den Erfolg dieser Form der Nachweisführung weiterhin maßgebende Bedeutung zu. Die Untere Naturschutzbehörde empfiehlt den Züchtern dringend, in den Fällen, in denen jetzt keine Kennzeichnungspflicht mehr besteht, freiwillig eine Kennzeichnung vorzunehmen. Hierfür können zukünftig nicht amtliche (aber nach wie vor geschlossene) Fußringe mit individueller Beschriftung verwendet werden. Diese können von jedem Züchter/Tierhalter bezogen werden. Und: Auch nicht gewerbliche Vogelhalter sollten ein Nachweisbuch weiterhin freiwillig führen. Eine Dokumentation der Zucht besonders geschützter Tierarten ist im Rahmen der Sorgfaltspflichten ohnehin erforderlich. Denn: Ein Halter besonders geschützter Arten muss seine Tierzucht nachvollziehbar dokumentieren. Angaben zu den Elterntieren und deren Herkunft sind zwingend auf Herkunftsnachweisen vorzunehmen.

Diese Empfehlungen decken sich weitgehend mit denen des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) und des Bundesverbandes für fachgerechten Natur- und Artenschutz e.V. (BNA).