Beantragung der Erteilung bzw. Verlängerung von Aufenthaltstiteln

(Aufenthaltserlaubnis, Blaue Karte EU, Niederlassungserlaubnis, Erlaubnis zum Daueraufenthalt EG)

(Gilt nicht für Unionsbürgerinnen und Unionsbürger und Staatsangehörige der Schweiz, von Island, Liechtenstein und Norwegen - siehe Unionsbürger)

Ausländer benötigen für die Einreise und den Aufenthalt im Bundesgebiet einen Aufenthaltstitel, sofern nicht durch Recht der Europäischen Union oder durch (nationale) Rechtsverordnung etwas anderes bestimmt ist oder auf Grund des Assoziationsabkommens zwischen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der Türkei ein Aufenthaltsrecht besteht.

Das Landratsamt bearbeitet und entscheidet über die Anträge auf Erteilung oder Verlängerung von

  • Aufenthalts-erlaubnissen,
  • Blauer Karte EU,
  • Niederlassungserlaubnissen und
  • Erlaubnissen zum Daueraufenthalt-EG.

Aufenthaltserlaubnis

Für einen längeren Aufenthalt in Deutschland müssen Ausländer nach der Einreise, die abhängig von der Staatsangehörigkeit, dem Zweck und der Dauer des beabsichtigten Aufenthalts entweder mit oder ohne Visum erfolgt ist, bei der Ausländerbehörde eine Aufenthaltserlaubnis beantragen.

Die Aufenthaltserlaubnis ist ein zeitlich befristeter Aufenthaltstitel. Sie wird zu den im Aufenthaltsgesetz genannten Zwecken erteilt (z.B. Aufenthalt aus humanitären Gründen, zum Zwecke des Studiums, der Ausbildung oder der Forschung, der Ausübung einer Beschäftigung oder einer selbständigen Tätigkeit, zum Familiennachzug für Ehegatten und Kinder, sofern der hier lebende Ausländer selbst ein Aufenthaltsrecht besitzt, oder für Ehegatten und Kinder von Deutschen). Das Aufenthaltsgesetz regelt neben den jeweiligen Erteilungsvoraussetzungen auch, ob ein Rechtsanspruch auf die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis besteht oder ob die Ausländerbehörde eine Ermessensentscheidung zu treffen hat.

Die Voraussetzungen für die Erteilung eines Aufenthaltstitels sind sehr unterschiedlich. Wenden Sie sich daher bitte an die Ansprechpartner Ihrer Ausländerbehörde.

Blaue Karte EU für ausländische Staatsangehörige

Speziell für die Zuwanderung Hochqualifizierter zur Ausübung einer Beschäftigung wurde zum 1. August 2012 die Blaue Karte EU gemäß § 19a Aufenthaltsgesetz sowie
EU-Richtlinie 2009/50/EG (Hochqualifiziertenrichtlinie) eingeführt.

Bei der Blauen Karte EU handelt es sich um einen Aufenthaltstitel, der weitgehend einer Aufenthaltserlaubnis entspricht und für den aus diesem Grund regelmäßig auch die für die Aufenthaltserlaubnis geltenden Vorschriften anzuwenden sind.

Die Blaue Karte EU ist ein befristeter Aufenthaltstitel, der bei unbefristeten Arbeitsverhältnissen zunächst auf höchstens vier Jahre befristet wird. Beträgt die Dauer des Arbeitsverhältnisses weniger als vier Jahre, wird die Blaue Karte EU für die Dauer des Arbeitsvertrags zuzüglich drei Monate ausgestellt. In den ersten beiden Jahren ist für einen Arbeitsplatzwechsel die schriftliche Erlaubnis der Ausländerbehörde nötig.

Ehegatten von Inhabern der Blauen Karte EU haben einen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis. Diese berechtigt zur Erwerbstätigkeit.

Ausländischen Staatsangehörigen kann eine Blaue Karte EU erteilt werden, wenn

  • sie einen deutschen, einen anerkannten ausländischen oder einen ausländischen - mit einem deutschen vergleichbaren - Hochschulabschluss besitzen,
  • einen Arbeitsvertrag oder ein verbindliches Arbeitsplatzangebot haben,
  • gegebenenfalls die Bundesagentur für Arbeit der Beschäftigung zugestimmt hat
    und
  • sie ein Bruttogehalt von derzeit mindestens 48.400 Euro beziehungsweise 37.752 Euro für Mangelberufe (Naturwissenschaftler, Mathematiker und Ingenieure, Ärzte, akademische und vergleichbare Fachkräfte in der Informations- und Kommunikationstechnologie) pro Jahr erhalten.
  • Die Gehaltsgrenzen werden jährlich festgelegt und können im Internetangebot des Bundesministeriums des Innern abgerufen werden (> Themen > Ausländer > Arbeitsmigration).


Bitte beachten Sie:

 

Visumverfahren

Für die Einreise zum Zweck der Erwerbstätigkeit wird in der Regel ein Visum benötigt, welches bei der Deutschen Auslandsvertretung (Botschaft oder Konsulat) beantragt werden muss. Informationen über das Visumverfahren sind im Internetangebot des Auswärtigen Amtes zu finden.

Der Visumantrag wird von der Deutschen Auslandsvertretung, gegebenenfalls unter Beteiligung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV), bearbeitet.

Das Visumverfahren ist für Staatsangehörige von Australien, Israel, Japan, Kanada, Neuseeland, der Vereinigten Staaten von Amerika und der Republik Korea nicht erforderlich. Diese können sich nach der visafreien Einreise direkt an die örtlich zuständige Ausländerbehörde wenden.

 
Nach der Einreise

Nach Einreise und nach Anmeldung des Wohnsitzes in dem für den Wohnort zuständigen Einwohnermeldeamt, ist vor Ablauf des Visums die Beantragung der Blauen Karte EU in der Ausländerbehörde notwendig.

Von der Visumpflicht befreite Ausländer müssen den für einen weiteren Aufenthalt erforderlichen Aufenthaltstitel unverzüglich nach der Einreise bzw. spätestens innerhalb von drei Monaten beantragen.

Niederlassungserlaubnis

Dieser Aufenthaltstitel dokumentiert das Daueraufenthaltsrecht. Die Niederlassungserlaubnisse nach §§ 9, 19, 19a, 21, 26, 28 Aufenthaltsgesetz sind zeitlich und räumlich unbeschränkt und dürfen grundsätzlich nicht mehr mit Auflagen und Bedingungen versehen werden, so dass z.B. auch eine selbständige Erwerbstätigkeit ausgeübt werden kann. Dementsprechend hoch sind auch die Anforderungen, so muss neben gesichertem Lebensunterhalt und ausreichendem Wohnraum ein mehrjähriger Besitz der Aufenthaltserlaubnis, im Wesentlichen Straffreiheit, ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache und Grundkenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung sowie der Lebensverhältnisse im Bundesgebiet nachgewiesen werden.

Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG

Mit dem Gesetz zur Umsetzung aufenthalts- und asylrechtlicher Richtlinien der Europäischen Union, wurde die Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG (§ 9a Aufenthaltsgesetz) als Aufenthaltstitel eingeführt.

Die Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG soll der Verfestigung des Aufenthaltes eines Ausländers in der Europäischen Union dienen und ist unbefristet. Sie berechtigt zur Beschäftigung als Arbeitnehmer oder zur Ausübung einer selbständigen Erwerbstätigkeit im Bundesgebiet. Des Weiteren ist mit dem Daueraufenthalt-EG möglich, ein Aufenthaltsrecht auch in einem anderen Mitgliedsstaat der Union unter vereinfachten Voraussetzungen zu erhalten.

Erforderliche Unterlagen

Zur Beantragung der o. g. Aufenthaltstitel sind grundsätzlich immer folgende Unterlagen vorzulegen

  • Gültiger Pass
  • Ein aktuelles biometrietaugliches Passfoto - siehe Foto-Mustertafel
  • Nachweis über gesicherten Lebensunterhalt
  • Nachweis über Krankenversicherungsschutz
  • Nachweis über den Aufenthaltszweck (z. B. Arbeitgeberbescheinigung oder Arbeitsvertrag)

Die Auflistung ist nicht abschließend.

Da die Voraussetzungen für die Erteilung eines Aufenthaltstitels sehr unterschiedlich sind, erfragen Sie bitte für Ihren Einzelfall die vorzulegenden Unterlagen bei dem für Sie zuständigen Ansprechpartner.

Gebühren

Es fallen unterschiedliche Gebühren an. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an Ihre Ansprechpartner der Ausländerbehörde.

Fristen / Bearbeitungsdauer

Aufenthaltstitel sind vor Ablauf eines bereits erteilten Aufenthaltstitels (z. B. Visum) zu beantragen.

Aufenthaltserlaubnisse, Blaue Karten EU, Niederlassungserlaubnisse sowie Erlaubnisse zum Daueraufenthalt EG werden als elektronische Aufenthaltstitel ausgestellt. Da die Karten ausschließlich bei der Bundesdruckerei in Berlin hergestellt werden, ist zwischen Beantragung und Aushändigung des Aufenthaltstitels auf jeden Fall mit einer Wartezeit von vier bis sechs Wochen zu rechnen.

Zur Vermeidung langer Wartezeiten bitten wir Sie rechtzeitig einen Termin mit der Ausländerbehörde zu vereinbaren.

Ansprechpartner(innen)

Buchstabe/nZuständigkeitTelefonZimmer


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Frau Handwerk

Herr Spangenberg


03695 615936

03695 615935


50

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