26.07.2018

Hornissen: Friedliche Riesen

Foto: J. Zippel

Eine unserer größten und beeindruckendsten Insektenarten wirkt auf viele Menschen beängstigend: die Hornisse. Hornissen sind weitaus ungefährlicher, als viele glauben. Ihr Stich schmerzt zwar, ist aber nicht gefährlicher als ein gewöhnlicher Wespenstich – Insektenallergiker ausgenommen.

Nähert man sich mit vorsichtigen Bewegungen, kann man die Tiere recht nah betrachten. Nur am Nest sollte ein Sicherheitsabstand von etwa drei Metern respektiert werden. Hastige Bewegungen, laute Geräusche oder starke Gerüche sollten vermieden werden. Auch sind die Flugwege freizuhalten. Unter diesen Voraussetzungen können Hornissennester ohne Probleme z.B. auch in Gartenhütten, Werkzeugschuppen oder auf Dachböden verbleiben. Das braune, an Pappmasche erinnernde Nest unterscheidet sich deutlich von grauen Wespennestern und kann beachtliche Größen von mehr als einem halben Meter Länge erreichen.

Das Nest kann z.B. frei im Dachboden unter den Schindeln hängen oder aber im Endstadium ganze Rollladen- oder Dachkästen ausfüllen. Im Gegensatz zu den beiden allgegenwärtigen Wespenarten der Deutschen Wespe und der Gemeinen Wespe, deren Völker mehr als tausend Individuen beherbergen, bestehen Hornissenvölker im Hochsommer aus maximal 400 bis 700 Tieren, oft sind es weniger.

Aufgrund des aktuell sehr warmen Sommers bestehen gute Entwicklungsmöglichkeiten für die Völker, was durch sehr zahlreiche Anfragen und Anträge an das Umweltamt des Wartburgkreises deutlich wird.

Während die beiden anderen oben benannten Wespenarten gern am Esstisch auftauchen und lästig werden können, sind Hornissen nur an Insekten und Pflanzensäften interessiert: Sie erjagen alles, was sie erbeuten können, von kleinen Stechinsekten bis zur Libelle, um damit ihre Brut zu füttern. Einen großen Teil des Beutespektrums bilden verschiedene Fliegenarten von der Bremse bis zur Stubenfliege, die dem Menschen häufig eher lästig oder gar schädlich werden. Auch Wespen gehören zur Beute. Ein großes Volk kann an einem Tag bis zu einem halben Kilogramm Insektennahrung erbeuten.

Hornissen sind auf Grundlage des Bundesnaturschutzgesetzes und der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Während der Besiedelung dürfen ihre Nester nur mit einer artenschutzrechtlichen Ausnahmegenehmigung oder Befreiung der Unteren Naturschutzbehörde durch einen Fachbetrieb entfernt oder bekämpft werden. Eine ebenfalls genehmigungspflichtige Umsiedlung erfordert hohen Aufwand und ist nur durch ausgebildetes und erfahrenes Personal möglich.

Im Wartburgkreis steht neben der Naturschutzbehörde im Umweltamt Wolfgang Bader aus Moorgrund-Waldfisch (Tel. 03695 / 84210) als ehrenamtlicher Hornissenfachberater zur Verfügung. Er wurde entsprechend geschult und steht bei Fragen und Problemen zu Hornissen (auch bei Umsiedlungen) in Zusammenarbeit mit der Behörde gern zur Verfügung. Er ist auch über die gemeinsame Feuerwehr-Leitstelle des Wartburgkreises und der Stadt Eisenach unter der Telefon-Nummer 03691 / 722-0 zu erreichen.

Die untere Naturschutzbehörde des Wartburgkreises in Bad Salzungen berät unter den Tel.-Nr. 03695 / 61-6703 u. –6702 (Herr Klingelhöfer / Herr Heck).

Zumeist stirbt das ganz Volk bereits ab Ende September ab, spätestens mit den ersten Frostnächten. Die alten Nester sind dann funktionslos und dürfen entfernt werden.

Weitergehende Informationen kann man im Internet erhalten, z.B. unter

http://hornissenpapst.magix.net/ sowie

http://www.hornissenschutz.de/

Hornissen schlafen übrigens fast nie, sondern fallen lediglich bis zu 25 Mal pro Nacht für eine halbe Minute in eine Art Tiefschlaf. Daher fliegen sie auch nachts und werden durch Licht angelockt. An Fenstern oder Türen sollte dann stabile Fliegengaze angebracht werden. Eingeflogene Tiere können einfach und unproblematisch mit einem Glas gefangen und hinaus gebracht werden.