31.01.2018

Junge Fledermausforscher

Vachaer Schüler engagieren sich für den Schutz der nachtaktiven Säugetiere

Auf dem Bild: Biologe Martin Biedermann (2.v.l.) überreichte Simon, Anton und Eric (von links) jeweils das Buch „Fledermäuse in Thüringen“ mit persönlicher Widmung (Foto: Umweltamt)

„Fledermäuse im südlichen Wartburgkreis - ernsthaft gefährdet?“, so lautet der Titel der Seminarfacharbeit von Simon Geyer, Anton Krause und Eric Mannel vom Johann-Gottfried-Seume-Gymnasium in Vacha. Am 17. Januar verteidigten sie erfolgreich ihre Arbeit und erhielten für ihren wertvollen Naturschutzbeitrag auch eine Anerkennung des Landratsamtes. Betreut wurden sie unter anderem vom ehrenamtlichen Fledermausbeauftragten des Wartburgkreises, Martin Biedermann: „In Thüringen kommen 20 verschiedene Fledermausarten vor. Sie sind gesetzlich streng geschützt. Da etliche der Fledermausarten im menschlichen Siedlungsraum leben und ihre Quartiere in und an Gebäuden beziehen, haben sie es heute nicht leicht: Gebäude werden saniert und umgestaltet oder gar abgerissen, wie z. B. ehemalige Stallgebäude. Dabei verlieren die nachtaktiven Insektenfresser zunehmend Unterschlupfmöglichkeiten.“

An vier ausgewählten Orten im südlichen Wartburgkreis überprüften die drei Schüler im Sommer 2017 insgesamt 24 aus früherer Zeit bekannte Fledermausvorkommen und zählten, wenn möglich, die Tiere beim abendlichen Ausfliegen. Im Zuge dieser Überprüfung wurden auch Hausbesitzer befragt, deren Gebäude den Tieren Unterschlupf bieten. Trauriges Ergebnis war, dass ein Drittel der bekannten Quartiere mittlerweile für eine Nutzung durch Fledermäuse durch die oben genannten Ursachen nicht mehr geeignet oder verloren gegangen sind. Die Schüler vermuten deshalb, dass eine Gefährdung für diese Tiergruppe in der Region besteht, da bei ihren Beobachtungen leider auch nicht mehr die hohen Bestandszahlen der Vergangenheit erreicht wurden. Mit ergänzenden Untersuchungen in einem Waldgebiet, dem Aufhängen von selbst gebauten Quartierkästen und einem eigenen Informationsblatt „Fledermausfreundliche Gartengestaltung“ rundeten die jungen Forscher den praktischen Teil ihrer Seminarfacharbeit ab.
Dass im Siedlungsbereich jeder dazu beitragen kann, Fledermäuse aktiv, zum Beispiel durch künstliche Quartiere und durch Gestaltung eines abwechslungsreichen, giftfreien Gartens zu fördern, macht auch das Umweltamt Wartburgkreis deutlich. Es bedankte sich mit Broschüren „Naturschutz im Wartburgkreis“ und aktuellen Fotokalendern bei den jungen Forschern als Anerkennung für das außergewöhnliche Engagement.