Geschichte des Wartburgkreises

Frühe Besiedlung

Der Wartburgkreis, im Westen des Freistaates Thüringen an der Grenze zu Hessen gelegen, gehört geschichtlich zu den früh besiedelten europäischen Regionen.

Bereits in der Eisenzeit vor etwa 2.500 Jahren fanden hier keltische Stämme mit den Rohstoffen Holz und Eisenerz sowie den Solequellen ideale Existenzgrundlagen. Diese naturgegebenen Standortvorteile machten die Region zu einem beliebten und umkämpften Siedlungsgebiet, in dem neben den Kelten auch Slawen und Römer ihre Spuren hinterließen. So querte die berühmte Handels- und Heeresstraße „Via Regia“ den Flusslauf der Werra und das zwischen den Mittelgebirgen Thüringer Wald und Rhön gelegene Gebiet.

Die Region im Mittelalter

Früh christianisiert sind viele Städte und Gemeinden auf die Gründung von Klöstern zurückzuführen. Bereits im frühen Mittelalter errichteten die Karolinger zahlreiche Befestigungen auf den Anhöhen entlang der Werra, die später durch die Burgen und Siedlungen der Thüringer Landgrafen ausgebaut wurden.

Namensgeberin der Region ist die Wartburg bei Eisenach, die als einzige deutsche Burg zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.

Die Heilige Elisabeth weilte als Landgräfin von Thüringen sowohl auf der Wartburg als auch auf der nahen Schwesterburg, der Creuzburg.

Martin Luther übersetzte auf der Wartburg das Neue Testament, nachdem er bei Steinbach in Schutzhaft genommen wurde. Seine Eltern stammen aus Möhra im Moorgrund.

Über die alten deutschen Handelsstraßen und auf der schiffbaren Werra brachten Handel, Handwerk und Landwirtschaft Wohlstand in der Region.

Die über die Jahrhunderte oftmals wechselnden Herrschaftsverhältnisse zeugen von der historischen Bedeutung und Attraktivität der Region.

Das Wappen

So symbolisiert das geviertelte Wappen die wichtigsten Einflüsse verschiedener Gebietsherrschaften im historischen Grenzgebiet zwischen Thüringen und Hessen.

Das erste Feld zeigt den Thüringer Löwen so, wie er in dem Wappen der sächsischen Nebenlinien Sachsen-Weimar-Eisenach, Sachsen-Meiningen und Sachsen-Coburg-Gotha geführt wurde.

Im zweiten Feld ist die schwarze Henne das Zeichen der Grafschaft Henneberg, die wesentliche Teile der oben genannten Fürstentümer verwaltete.

Das Hochkreuz des Bistums Fulda im dritten Feld steht für dessen Besitzungen im südlichen Kreisgebiet.

Das Thüringische Stammwappen schließlich im vierten Feld erinnert an die gemeinsamen Wurzeln Thüringens und Hessens und die späteren Besitzungen der Landgrafen Hessen-Kassel.