Gehölzsukzession im Grenzstreifen

Bis 1989 hielten die Grenztruppen der DDR den Streifen zwischen Kolonnenweg und der markierten Grenze offen. Regelmäßig wurden für eine gute Sicht über die Staatsgrenze West weite Teile des meist 80 bis 100 m breiten Grenzstreifens gemäht und von Gehölzen befreit.

Nach dem Rückbau der Grenzanlagen konnten sich auf nicht genutzten Flächen rasch Gehölze ansiedeln und ausbreiten. Es entwickelten sich viele Hecken und Gebüsche.

Heckenlandschaft
Foto: Biedermann

Gut strukturierte Hecken sind Lebensräume mit besonders hoher biologischer Vielfalt. Sie bestehen meist aus Schlehen, Hartriegel, Heckenrosen und Weißdorn. In den vorgelagerten Saumstreifen wachsen Großes Windröschen, Schlüsselblume, Wachtelweizen und Orchideen. Hecken sind wertvolle Lebensräume für Zauneidechsen, Glattnattern und den Zaunkönig. In den blütenreichen Staudensäumen leben viele Schmetterlinge, Heuschrecken und Hautflügler. Wenn der Mensch nichts unternimmt, entwickeln sich aus den Hecken über Jahrzehnte Wälder. Die typischen Arten der Hecken (auch typische Arten des Grünen Bandes) würden verschwinden.

Für den Erhalt der besonderen Artenvielfalt im ehemaligen Grenzstreifen wird daher von Seiten der Naturschutzstellen oft ein Nebeneinander von extensiv genutzten Offenlandflächen und Heckenlebensräumen angestrebt. Auch in der kleingliedrigen bäuerlichen Kulturlandschaft beherbergt gerade diese Mischung an Lebensräumen zahlreiche — auch gefährdete — Pflanzen- und Tierarten. Zudem bereichert dieses reizvolle Nebeneinander das Landschaftsbild.

Geschleifte Höfe

Wassermannshof
erbaut: 1868
geschleift: zwischen 1961–1968
Die Bewohner des Wassermannshofes gingen etwa 1952 in den Westen.
(Klaus Hartwig Stoll, Das war die Grenze, S. 50)

Oberer u. Unterer Henkelshof in Reinhards
Oberer Henkelshof
erbaut ca. 1860; abgerissen 1980
Unterer Henkelshof
erbaut ca. 1860; abgerissen 1982

Die Grundmauern vom Unteren Henkelshof sind noch erhalten, auf dem Gelände des Oberen Henkelshofes befindet sich heute ein Fachwerkbau (ehem. Hirtenhaus)

Jakobshof (s. Foto)
Jakobshof erbaut: unbekannt; abgerissen beginnend 1970 (nicht genau bekannt)
Es sind nur noch die stark überwucherten Fundamentreste erhalten (Grundriß 12 m x 12 m), die Obstplantagen sind noch zum Teil erhalten.



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Legende

  1. Ehemaliger Grenzturm
  2. Geschleifte Hofstelle
  3. Museum

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  1. Teufelsberg-Pietzelstein
  2. Rößberg
  3. Tannenberg-Seelesberg

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Kartengrundlage: TK25 N, Veröffentlichung gemäß Vereinbarung vom 10.05.2000 zwischen TLVermA und TMLNU