Werrabrücke Lauchröden
An dieser Stelle befanden sich einmal eine Furt sowie eine
Überfahrtmöglichkeit. Erst im ausgehenden 19. Jahrhundert erfolgte der Bau einer
Brücke, damit man den Bahnhof in Herleshausen erreichen konnte. Als 1945 im Werratal
Kämpfe zwischen vorrückenden Amerikanern und deutschen Verbänden stattfanden, wurde
die Brücke gesprengt. Später war die zerstörte Brücke den Staatsträgern der DDR recht.
Man wollte die abgegrenzte sozialistische Nation. Auf westlicher Seite des Brückenkopfes
grüßten die Menschen, im Osten hatten die Menschen den Blick abzuwenden.
Im Jahre 1989 wurde in wenigen Tagen ein Behelfssteg errichtet und 1998 bis
1999 die jetzige Brücke. An diesem Ort gab es rührende Szenen des Hinüber-
und Herüberstrebens, der Begegnung und des Wiedersehens.
Das Landschaftsbild ist geprägt von der Burgruine Brandenburg und dem Schloss
Augustenau mit Park in Herleshausen, dem Sitz eines Zweiges der hessischen
Landgrafenfamilie, die in männlicher Linie auf einen Enkel der Heiligen
Elisabeth aus dem Hause Brabant zurückgeht. Im Verlauf des Thüringischen
Erbfolgekrieges, der 1247 zwischen der brabantischen und wettinischen Partei
ausbrach, entstand durch die brabantische Seite auf dem Sporn des hohen
langen Bergrückens nordwestlich gegenüber die Burg Brandenfels, heute Ruine
und durch Bäume verdeckt. Die Grenze der Gebiete verlief nach erfolgter
Teilung der bis weit nach Hessen hinein reichenden Landgrafschaft zwischen
den Burgen. Daraus sollte später einmal die innerdeutsche Grenze werden.
Rundwanderweg
Auf dem markierten Rundwanderweg Lauchröden/ Sallmannshausen fällt im Dorf die große
gotische Hallenkirche auf, die mit dem benachbarten, durch Torbogen gekennzeichneten
ehemaligen Adelssitz den Dorfplatz wirkungsvoll prägt. Die Größe des Gotteshauses ist auf die
einstige Funktion Lauchrödens als kirchliches Zentrum und ebenso auf das Repräsentationsbedürfnis
der Herren auf der Brandenburg bzw. im Ort zurückzuführen. Am Hertbörn (Hirtenbrunnen),
einer ehemaligen Schaftränke, beginnt die Waldstraße, die im Anglergrund, einer Teichanlage,
endet. Im weiteren Verlauf, leicht ansteigend, führt der Weg zur Limperthöhe. Damit ist der
Sallmannshäuser Rennsteig erreicht, früher einmal Kurier- und Reitweg, der vom
Hauptrennsteig zur Sallmannshäuser Überfahrt führte. Auf dem mit einem S gekennzeichneten
Wanderweg gelangt man nach Sallmannshausen.
Die Kirche des malerisch gelegenen Dorfes ist eine durch Anbau verlängerte Kapelle aus
dem späten Mittelalter. 1945 beschoss man von hier aus die auf der Autobahn vorrückenden
Amerikaner. Diese erwiderten das Feuer und zerstörten zahlreiche Gebäude. Auf dem Grünen
Band, welches in Grenznähe (Werramitte) verläuft, kann man zum Ausgangspunkt zurückgelangen.