Grenzziehung im Glaamer GrundDie Ortsverbindungsstraße zwischen dem Thüringer Ort Unterbreizbach und dem hessischen Ort Glaam, die K 6, wurde Anfang der 50er Jahre durch den sogenannten 10 m-Streifen unterbrochen und war unpassierbar. Weitere Sperranlagen wurden in den folgenden Jahrzehnten auf Thüringer Seite errichtet. Den Bewohnern von Unterbreizbach war die Nutzung der Natur im unmittelbaren Ortsbereich (Wald und Bachaue) 30 Jahre nicht möglich. Mit den Ereignissen 1989/1990 forderten die Unterbreizbacher Grenzübergänge zu den Nachbarorten Philippsthal und Glaam. Der Übergang nach Philippsthal wurde als provisorischer Fußgängerübergang am 19.12.1989 und vom 22.01. bis 11.02.1990 als Straßenübergang zur Entlastung des Übergangs Vacha-Philippsthal geöffnet. Danach erfolgte der dauerhafte Straßenausbau Philippsthal - Unterbreizbach, der zur 600-Jahrfeier von Unterbreizbach am 30.06.1990 geöffnet wurde.
Die Einwohner von Unterbreizbach hatten zwar am 03.01.1990 vehement einen Straßenübergang nach Philippsthal gefordert, aber die Forderung nach einem Fußweg zum Nachbarort Glaam wurde auch bei den Gesprächen des runden Tisches gestellt, um die Erholungsmöglichkeiten des Glaamer Grundes zu nutzen und die Nachbarn in Hessen zu besuchen. Die zuständigen Stellen, wie auch die Entscheidungsträger vertrösteten jedoch die damals gegründete Bürgerinitiative und verschleppten monatelang die Öffnung des Grenzzaunes. So wurden von den Bürgern sogenannte Schlupflöcher in den Sperrzaun geschnitten, durch die die Spaziergänger durchkrochen. Die ehemaligen Grenztruppen betrachteten diese Schlupflöcher als Sachbeschädigung und verschlossen diese regelmäßig mit Streckmetallpflastern. Da auch zu Pfingsten 1990 die angelegten Schlupflöcher wieder verschlossen wurden, organisierten die Bürger am 05.06.1990 eine grundsätzliche Lösung. Auf einer Länge von ca. 100 m wurden die Grenzanlagen mit Traktoren eingerissen und abgebaut. Das hatte eine Anzeige wegen Sachbeschädigung zur Folge, die aber ergebnislos verlief. Ein Wiederaufbau wurde nicht mehr in Erwägung gezogen. In der Folge wurde die K6 mit Finanzmitteln des Landes Hessen auf Thüringer Gebiet geplant und 1991 gebaut. |
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Naturschutzgebiet (NSG) |
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